Am 7. Januar 1888 wurde der Provinzialverein und am 2. Februar 1888
der Kreisverein Ahaus des Roten Kreuzes gegründet. Was damit der älteste Beweis für die Arbeit des Roten Kreuzes in Ahaus
ist. Der erste Hinweis auf den Frauen-Zweig-verein Ahaus (Ortsverein) ist die Bekanntmachung einer Generalversammlung durch
die Ehefrau des Landrates Gärtner in der Kreiszeitung am 10.12.1898. Im selben Jahr bevorratete
der Frauenverein Ahaus Bettwäsche und Verbandszeug. Die Gründung der männlichen San. Kolonne ist in unserem Archiv nicht
dokumentiert. Aber in einem Verwaltungsbericht der Stadt aus dem Jahre 1927 wird sie auf 1899
datiert. In einem Zeitungsbericht vom 2. November 1905 werden Peter Pilger und Friedrich Gerhard
als aktive Mitglieder erwähnt. Auch ein Niederschriftenbuch, geführt von Peter Pilger, aus dem Jahre
1912 bis 1913, ist original erhalten. Daraus ist zu entnehmen, dass 15 Ahauser Bürger aktiv in der Kolonne mitwirkten
und San.-Rat Dr. Helmig als Arzt der Gruppe vorstand. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges berichtete die Kreiszeitung, dass der
Vaterländische Frauenverein Hilfsaktionen, Sammlungen und Lotterien in Ahaus unter Vorsitz von Freifrau von Schorlemer
startete. Die San.-Kolonne in Ahaus wird durch den Krieg auseinandergerissen. Fast alle müssen zum Militär und viele kommen
nicht wieder nach Hause. So wird sie erst am 7. Oktober 1926 durch Medizinalrat Dr. Helmig
wieder gegründet. 28 Neumitglieder können am 27. November 1927 ihre Prüfung vor Sanitätsrat Dr.
Schröter ablegen. Auf der Hauptversammlung 1927 wird Bürgermeister Johannes Ridder zum ersten
Mal zum Vorsitzenden gewählt. Er lenkt den Verein durch alle Wirren der Zeit bis 1960. Als
weitere Vorstandsmitglieder werden Stadtoberinspektor Wilhelm Schultz, er bleibt bis 1945 im
Amt, als Kolonnenführer, Kolonnenarzt Dr. Helmig, Schriftführer Heinicke, Zeugwart Zimmer, Beisitzer Peter van Dyk, Friedrich
Gerhards, G. Stranghöner gewählt. 1928 nimmt die Kolonne am Heimattag in Ahaus mit einer großen
Abteilung teil. Während des Dritten Reiches musste das Rote Kreuz in seinen Arbeitsbereichen empfindliche staatliche
Eingriffe hinnehmen. Die Gleichschaltung aller Organisationen und Initiativen, die im Sinne des Roten Kreuzes ihre Arbeit
verrichteten, wurden 1937 per Gesetz befohlen. Ahaus und Vreden wurden unter Führung des neu
ernannten Bereitschaftsführers Wilhelm Schultz zur Bereitschaft Ahaus zusammengefasst. Herr Zimmer wird zum Zugführer für
Ahaus ernannt.
Aber unsere Arbeit geht weiter, so ist ein Bericht von 1938 erhalten, der detailliert den
abenteuerlichen Krankentransport zu Fuß von Graes zum Wessumer Krankenhaus mit zweirädiger Krankentrage bei Regen beschreibt.
Am 2. Februar 1939 wird Theodor Gollenbeck für zehn Dienstjahre ausgezeichnet. Zur Leitung der
Schwesterhelferinnen in den Jahren 1941 - 45 wird Amalie Gerling als Bereitschaftsfüh rerin
ernannt. Peter Pilger wird am 1. November 1941 Zugführer. Nach den schlimmen Bombenangriffen und
der Zerstörung des Krankenhauses richten Vorsitzender Bürgermeister Ridder und Bereitschaftsführer Wilhelm Schultz im Keller
des Finanzamtes eine Verbandstelle ein.
Nach dem Kriege wurde der DRK Dachverband von den Alliierten aufgelöst und in den Besatzungszonen die Bildung von
Landesverbänden gefördert. So entsteht der Landesverband Westfalen-Lippe.
Das DRK wird 1952 vom Intemationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) anerkannt. Bereits ein
Jahr zuvor haben Bürgermeister Ridder als Vorsitzender sowie Herr Zumbusch und Frau Früchting als Bereitschaftsführung ihre
Arbeit wieder aufgenommen. 1960 erhält Vorsitzender Stadtdirektor Ridder das DRK Ehrenzeichen,
doch die Epoche Ridder geht zu Ende, er übergibt den Vorsitz an Josef Wilkes. In tiefer Anteilnahme stirbt am
3. Dezember 1960 Ehrenvorsitzender Johannes Ridder. Der neue Bereitschaftsführer Hermann Büse
sucht mal wieder ein neues DRK-Heim und findet Platz in den Räumen der Stadtwerke, das Heimproblem kann erst am Ende des
Berichtes gelöst werden. Ein Höhepunkt war das Konzert des Marinemusikkorps Nordsee zugunsten des OV im Schlosshof am
03. Juli 1965.
Die männliche Bereitschaft führten:
Die weibliche Bereitschaft führten:
Erster Beigeordneter Dr. Dirk Korte übernahm 1975 den Vorsitz von Josef Wilkes. Auch jetzt ging
die Suche nach einem geeigneten Rotkreuz-Heim weiter. Altes Katasteramt, Landratsamt, ehem. Pietsch waren die Stationen. Im
Frühjahr 1996 beschloss der Vorstand, aufgrund der ausbleibenden finanziellen Unterstützungen
des Bundes, ein eigenes DRK-Heim zu errichten. Durch die tatkräftige Unterstützung der gemischten Bereitschaft konnte das
Bauvorhaben zügig realisiert werden.