Als der Schweizer Henry Dunant
1859 Augenzeuge der Schlacht von
Solverino
zwischen Franzosen, Italienern und Österreichern
gewesen war und bestürzt das Leid von über 40.000 Vewundeten und Sterbenden angesehen hatte, forderte er in seinem Buch "Eine
Erinnerung an Solverino"
1862 den uneingeschränkten
Schutz der Kriegsverletzten. Schon 1863 gründete Dunant zusammen mit dem Juristen Gustave Moynier, dem General
Guillaume-Henri Doufour und den Ärzten Dr. Louis Appia und Dr. Theodor Maunoir das "Komitee der Fünf"
, das heute als "lnternationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK)" bekannt ist.
Im gleichen Jahr fand in Genf die erste internationale Konferenz statt. 33 Vertreter aus 16 europäischen Ländern gaben hier
ein eindrucksvolles Beispiel des guten Willens, Dunants Idee Wirklichkeit werden zu lassen und freiwillige Hilfsgesellschaften
zur Pflege von Kriegsverletzten ins Leben zu rufen. Das Rote Kreuz war geboren. Am 22. August 1864
konnte ein erstes Ziel erreicht werden:
12 europäische Staaten, darunter das
Königreich Preußen, verabschiedeten die erste Genfer Konvention. Sie verpflichteten sich, in Kriegszeiten die Not der
Verwundeten, Kranken und Sterbenden zu lindern. Dieses grundlegende Abkommen, das früh in vielen Ländern völkerrechtlich
verankert wurde, fand weitere Ergänzungen, z. B. in den vier Genfer Rotkreuz-Abkommen vom 12. August 1949
(die Genfer Konvention):
1. Abkommen zur Verbesserung des Loses Verwundeter und Kranker im Felde
2. Abkommen zur Verbesserung des Loses Verwundeter, Kranker und Schiffbrüchiger auf See
3. Abkommen über die Behandlung der Kriegsgefangenen
4. Abkommen zum Schutze von Zivilpersonen in Kriegszeiten.
Dem Internationalen Roten Kreuz gehören heute 136 nationale Rotkreuz-Gesellschaften an. Seit seiner Gründung ist dasRote
Kreuz nicht nur ein Sinnbild der Nächstenliebe und des selbstlosen Beistandes für VeMlundete, Kranke und Hilflose in
Kriegszeiten, sondern überall und zu jeder Zeit der Garant für eine Menschlichkeit, die alles daran setzt, Leben und
Gesundheit zu schützen und der Würde des Menschen Achtung zu verschaffen.
Die Wurzeln der karitativen DRK-Arbeit reichen in Deutschland bis in das Jahr 1866 zurück, in dem Königin Augusta von Preußen
am 4. November den Vaterländischen Frauenverein vom Roten Kreuz gründete. Er bereitete sich nicht nur auf San-Dienste im
Kriegsfall vor, sondern sah seine Aufgabe auch in der Ausbildung der freiwilligen Helferinnen, die der Bevölkerung bei
Naturkatastrophen zur Seite stehen sollten.